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NZ, 19.10.2007
Oft fehlt den Azubis die Willensstärke
Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten tauschte sich mit einem Unternehmer aus der Region aus
IDAR-OBERSTEIN. Die Arbeitsgemeinschaft Idar-Oberstein der Jungsozialisten unter Leitung ihres Sprechers Marco Loch diskutiert zurzeit das Thema Berufsausbildung in der Region. Dieses Mal trafen die AG-Mitglieder den Unternehmer Joachim Arend aus Kirchenbollenbach, der seit vielen Jahren als Meister einen Malerfachbetrieb führt.
Wie Arend den jungen Sozialdemokraten schilderte, hat er mit 28 Jahren sein Unternehmen gegründet und führt seitdem vielfältige Aufträge aus. Berufsausbildung macht er gerne - auch wenn ihm im Alltag manchmal einiges abgefordert wird.
Mit Stolz berichtete Arend, der auch kommunalpolitisch aktiv ist, dass ein paar seiner ehemaligen Auszubildenden inzwischen beruflich viel erreicht haben oder sich selbstständig gemacht haben. Er wies aber auch auf die fachlichen und persönlichen Schwächen hin, mit denen er sich in letzter Zeit vermehrt auseinandersetzen muss.
So sind manche Schulabgänger nicht in der Lage, für die Arbeitsplanung einfachste Flächenberechnungen vorzunehmen. Zuweilen fehle auch die nötige Willensstärke oder der Spaß an der Arbeit. Die Zusammenarbeit mit den Eltern der Auszubildenden gehört daher für den Meister stets zu seiner Ausbildertätigkeit. Die Frage der Nachwuchspolitiker, ob denn Auszubildende nicht auch billige Arbeitskräfte seien, beantwortete Joachim Arend so: "Nur selten rechnet sich die Ausbildung rein wirtschaftlich gesehen." Deswegen sei er auch für eine Ausbildungsumlage, die nicht ausbildende Betriebe zahlen sollen, um die ausbildenden Betriebe zu entlasten. "Dann wären auch mehr kleine Unternehmen in der Lage, junge Menschen auszubilden."
Zum Schluss wurde der Unternehmer gebeten, zu den Verdienstmöglichkeiten der Malergesellen etwas zu sagen. Bis vor einigen Jahren hätten Gesellen bei entsprechender Leistung ganz gut verdienen können, so Arend. Wegen der schlechten Auftragslage in der Baubranche sei der Verdienst aber zurückgegangen. Joachim Arend befürwortet einen allgemeinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, damit das Lohnniveau aller Berufe durch die harte Konkurrenz auf dem Markt nicht unter die Armutsgrenze gedrückt wird.
Der Malermeister konnte den Jusos viele Informationen zum Ausbildungsalltag im Betrieb geben. Sein Vortrag fand große Anerkennung.
Die Juso-AG war sich einig, dass die Gesprächsreihe zur Berufsausbildung in der Region, die vom Mitglied des SPD-Stadtverbandsvorstandes, Wilfried Wickenbrock, begleitet wird, fortgesetzt werden soll.

