Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Presse > 2006
BA, 05.10.2006
Birkenfelder Anzeiger, 05.10.2006
Jusos informierten sich über Politik in Großbritannien
Während in Großbritannien beim Labour-Parteitag die Delegierten zum letzten Mal einen Premierminister Tony Blair erlebten, beschäftigte sich der Juso-Kreisverband mit den "Trends der sozialen Absicherung in Großbritannien". Als Referenten konnte Juso-Kreisvorsitzender Holger Noß, Henning Meyer begrüßen. Meyer ist Associate Director des "European Research Forum" an der London Metropolitan University. Journalistisch war er für verschiedene Medien in Großbritannien und Deutschland tätig, unter anderen "europa-digital.de" und dem "Handelsblatt". Meyer ist auch Managing Editor der Zeitschrift "Social Europe". Zur Einführung stellte der Referent die verschiedenen Modelle von Wohlfahrtsstaaten in der EU vor. Dabei ging er auch auf die Veränderungen im britischen Sozialsystem und den Veränderungen des Arbeitsmarktes ein. Meyer ging auch auf die Frage ein, was nach Blair kommt. Dabei stellte er den aktuellen parteiinternen Diskussionsprozess der Labour-Partei vor. So gibt es zur Zeit größere Gruppen innerhalb der Labour-Partei. Das eine ist die neue Generation von New Labour. Diese Gruppe geht davon aus, dass die Politikinhalte konstant an sich ändernde Politikinhalte angepasst werden müssen. Was in den neunziger Jahren mit dem "Dritten Weg" passierte, war damals richtig, muss aber nun verändert werden und an die Gegenwart angepasst werden. Die andere Gruppe ist die "Compass-Group". Diese Gruppe sieht sich nicht in der Tradition von Blair, sondern steht für eine Erneuerung der Labour-Partei. Diese Gruppe vertritt die Ansicht, dass "New Labour" weder "neu" genug, noch "Labour" genug ist. Inhaltlich ist sie sehr stark an skandinavische Modell angelehnt.
Wohin der Trend in der Labour-Party letztlich hingeht, ließ Meyer offen. So trat Gordon Brown, immerhin chancenreichster Nachfolgers Blairs, als Hauptredner bei der ersten Jahreskonferenz der Compass-Gruppe auf. Der zukünftige politische Kurs der Labour-Partei also momentan sehr schwer einschätzbar. Im Anschluss nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, zu weiteren Fragen zur Politik in Großbritannien.

