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NZ 21.04.2004

Nahe-Zeitung, 21.04.2004
Ein Leben gegen die Schatten des Vaters
Martin Bormann junior, der Patensohn von Hitler, referiert im Pfarrsaal von St. Walburga

IDAR-OBERSTEIN. Der Juso- Kreisverband lädt für Donnerstag, 13. Mai, ab 19 Uhr zum Vortrag "Nie wieder! - Ein Leben gegen Schatten" mit Martin Bormann jr. in den Pfarrsaal der katholischen Pfarrgemeinde St. Walburga, Idar-Oberstein ein.
Ein Leben im Schatten berühmter Eltern zu führen, erweist sich für viele Kinder als Problem. Ein Leben gegen den Schatten des Vaters Martin Bormann, den Stellvertreter Adolf Hitlers zu leben, ist dagegen eine Titanenarbeit. Martin Bormann junior wurde 1930 als ältestes von zehn Kindern geboren - seine Taufpaten waren Adolf Hitler und Ilse Hess. Als Kind lebte er mit seiner Familie auf dem Obersalzberg. Auf der Reichsschule der NSdAP erhielt er eine nationalsozialistische, antikirchliche Erziehung, die ihn den Tod Hitlers und das Kriegsende 1945 als "das Ende" erleben ließ. In den Wirren des Zusammenbruchs verlor er die Verbindung zu seiner Familie und strandete unter falschem Namen bei einer Bergbauernfamilie im Salzburger Land.
Später trat Bormann junior in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare ein und studierte Theologie. Bei seiner Arbeit in der Kongo-Mission geriet er zeitweise als Geisel in die Hände von Rebellen. Nach einem schweren Autounfall ließ er sich 1971 durch päpstlichen Dispens von den Ordensgelübden entbinden und arbeitete bis zur Pensionierung als Religionslehrer. Seit 1987 ist er Mitglied der Gruppe "Täterkinder - Opferkinder".

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