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IOS 12.05.2004
Idar-Obersteiner Stadtfacette, 12.05.2004
„Nie wieder!“ – Der Patensohn von Adolf Hitler zieht Bilanz und warnt vor den Gefahren des Nationalsozialismus
Der Juso-Kreisverband Birkenfeld lädt ein zu einem Vortrag mit Martin Bormann junior unter dem Titel: „Nie wieder! – Ein Leben gegen Schatten. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 13.05.2004, um 19:00 Uhr, im Pfarrsaal der Katholischen Pfarrgemeinde St. Walburga, Wasenstraße 20, in Idar-Oberstein statt. Ein Leben im Schatten berühmter Eltern zu führen erweist sich für „viele“ Kinder als Problem. Ein Leben gegen den Schatten eines Vaters Martin Bormann, des Stellvertreter Adolf Hitlers, zu leben ist dagegen eine Titanenarbeit. Martin Bormann wurde 1930 als ältestes von zehn Kindern geboren, seine Taufpaten waren Adolf Hitler und Ilse Hess. Als Kind lebte er mit seiner Familie in der Umgebung des „Führers“ auf dem Obersalzberg. Auf der „Reichsschule der NSDAP“ in Feldafing am Starnberger See erhielt er eine nationalsozialistische, antikirchliche Erziehung, die ihn den Tod Hitlers und das Kriegsende 1945 als „das Ende“ erleben ließ. In den Wirren des Zusammenbruchs verlor er die Verbindung zu seiner Familie und strandete unter falschem Namen bei einer Bergbauernfamilie im Salzburger Land. Die Erfahrung der praktizierten christlichen Nächstenliebe dieser „einfachen“ Menschen führte ihn nach und nach zum katholischen Glauben – ein Weg, der mit dem Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare und dem Theologiestudium ein vorläufiges Ende fand. Bei seiner Arbeit in der Kongo-Mission geriet er zeitweise als Geisel in die Hände der Simba-Rebellen. Zurück in Deutschland, ließ er sich 1971 nach einem schweren Autounfall durch päpstlichen Dispens von den Ordensgelübden entbinden und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Religionslehrer. Seit 1987 ist er Mitglied der Gruppe „Täterkinder – Opferkinder“ von Prof. Dan Bar-On (Ben-Gurion-Universität).

