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NZ 26.11.2003
Nahe-Zeitung, 26.11.2003
Bereits etliche Zeitzeugen gehört
Der Juso-Kreisverband Birkenfeld erhielt beim Bundesparteitag den Wilhelm-Dröscher-Preis
BIRKENFELD. Die Jusos an der oberen Nahe sind wieder aktiv. Die gleichnamige Initiative ihres Kreisverbandes Birkenfeld wurde am Rande des SPD-Bundesparteitages in der vergangenen Woche mit dem diesjährigen Wilhelm-Dröscher-Preis 2003 ausgezeichnet.
Der 1996 nach jahrelanger Passivität wieder gegründete Juso-Kreisverband Birkenfeld ist einer von drei SPD- Gliederungen, deren Arbeit mit dem Preis gewürdigt wurde. Um die seit 1982 im Gedenken an den 1977 verstorbenen Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordneten aus Kirn sowie SPD-Landesvorsitzenden und -Schatzmeister verliehene Auszeichnung bewarben sich diesmal 29 Projekte, schildert Holger Noß, Vorsitzender des preisgekrönten Juso-Kreisverbandes, dessen Auftritt in Bochum. Am Stand, der fast rund um die Uhr von sechs Kreisverbandsmitgliedern betreut wurde, schaute die Parteiprominenz "bis hin zu Schröder" vorbei.
Frage nach den Wurzeln
An den Schautafeln habe man sich im Prinzip darauf beschränkt, die Aktivitäten seit Wiedergründung zu dokumentieren, wobei schwerpunktmäßig nach den Wurzeln der Sozialdemokratie gefragt und - im Rahmen von alljährlich stattfindenden Fahrten zu ehemaligen SPD-Bundespolitikern - Zeitzeugen gehört wurden.
Generell habe wohl auch die Vielfältigkeit in der Themensetzung das Preisgericht beeindruckt. So griffen die Jusos aus dem Landkreis Birkenfeld nicht nur Aktuelles auf wie die EU-Verfassung, die in einer Veranstaltung mit dem Europa-Experten Jo Leinen kritisch beleuchtet wurde. Auch schickte man anno 2000 an die 10 000 Postkarten in die Bundeshauptstadt mit der Forderung, den Tierschutz in der Verfassung zu verankern.
Doch auch geschichtliche Themen wurden angepackt. Und dabei ging der SPD- Nachwuchs, wie Noß betont, mit der eigenen Partei durchaus kritisch ins Gericht. Nicht zuletzt pflegte und pflegt man die - wie es der Juso-Chef formuliert - "persönliche Komponente", besucht die Eissporthalle, das Kino und trifft sich im Halbjahresrhythmus zu Klausurtagen.
Aus der Handvoll Aktiven bei der Wiedergründung sind bis heute sieben Arbeitsgemeinschaften erwachsen. Das Alterspektrum reicht von 14 bis 35 Jahren, wobei der Frauenanteil erstaunlich hoch ist.
Lob für die Homepage
Bemerkenswert - so die Laudatio anlässlich der Verleihung des Wilhelm-Dröscher-Preises - seien auch die vielen, sich an junge Menschen richtenden innovativen Aktivitäten - gemeint war insbesondere die Homepage des Kreisverbands. Als Hard-Copy ist die Geschichte ebenfalls erhältlich: Die 176-seitige Dokumentation "Die Jusos sind wieder aktiv" gibt es im örtlichen Buchhandel. (kpm)
Bundeskanzler Gerhard Schröder freut sich gemeinsam mit den Kreis-Jusos über die hohe Auszeichnung. Im Bild Florian Walg, Holger Noß, Stefanie Brill, Gerhard Schröder und Christopher Wahl.

