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BA 30.04.2003
Birkenfelder Anzeiger, 30.04.2003
Fahrt der Jusos führt an Vatertag nach Bonn – Auch Gespräch mit Horst Ehmke geplant
Vatertag einmal anders: Der Juso Kreisverband Birkenfeld fährt in diesem Jahr am Donnerstag, 29. Mai nach Bonn. Zu der Fahrt sind alle Interessierten herzlich eingeladen. In Bonn besteht die Möglichkeit, das Haus der Geschichte zu besuchen, wo mit allerhand Exponaten ein lebendiges Bild der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland vermittelt wird. Eine Sonderausstellung informiert zudem über die Spionage in Deutschland. Am Mittag wollen die Jusos dann Geschichte lebendig werden lassen. Der ehemalige Bundesminister Prof. Dr. Horst Ehmke trifft sich exklusiv mit allen Teilnehmern der Fahrt. Bei dem Treffen wird er über seine eigenen politischen Erlebnisse berichten.
Der 1927 in Danzig geborene Ehmke studierte nach seiner Kriegsgefangenschaft Jura, Geschichte und Politik in Göttingen und an der amerikanischen Universität Princeton. Gerade 33-jährig, habilitierte er sich und übernahm 1963 den Lehrstuhl für Öffentliches Recht in Freiburg, wo er drei Jahre später auch Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät wurde.
Berühmtheit erlangte Ehmke in der Spiegel-Affäre als Prozessvertreter des Magazins und des späteren Pressesprecher von Willy Brandt, Conrad Ahlers, der in den 70er Jahren auch Bundestagsabgeordneter des Wahlkreis Birkenfeld war. 1967 wechselte er in die Politik als Staatssekretär im Bundesjustizministerium bei Gustav Heinemann (SPD). Knapp zwei Jahre später stieg er zum Justizminister auf.
Nach dem sozialliberalen Machtwechsel holte ihn Brandt als Leiter des Bundeskanzleramtes mit Ministerrang in die neue Machtzentrale. Nach der Wahl 1972 musste er sein Amt räumen und das Ministerium für Forschung, Technologie, Post- und Fernmeldewesen übernehmen. Als Brandt infolge der Guillaume-Spionage-Affäre zurücktrat und Helmut Schmidt Kanzler wurde, legte Ehmke sein Ministeramt nieder und konzentrierte sich auf die Parlamentsarbeit als außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. 1994 schied er nach 25-jährigen Bundestagszugehörigkeit aus dem Parlament aus. Nun verarbeitet Ehmke sein politisches Wissen in seinem dritten Beruf: Als Autor von Politkrimis. Bereits drei Kriminalromane hat Ehmke zwischenzeitlich veröffentlicht.
Am Nachmittag besteht die Möglichkeit zum Bummel durch die Bonner Altstadt. Wer will kann auch in der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD die vielbeachteten Ausstellungen „Klee im Rheinland“ oder „Archäologie in Deutschland“ besuchen.


