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BA 10.09.2003

Birkenfelder Anzeiger, 10.09.2003
Jusos informierten sich über Generationenkonflikt –
„Alt und jung müssen zusammenarbeiten!“

Gibt es wirklich einen Generationenkonflikt zwischen alt und jung? Sollten medizinische Leistungen nur noch der jungen Generation zur Verfügung stehen. Mit diesen Fragen wollten sich der Juso-Kreisvorstand genauer und vor allem sachlich auseinandersetzen. Als Gesprächspartner konnten die Jusos dabei den Landtagsabgeordneten Peter-Wilhelm Dröscher gewinnen, der seit kurzem auch als Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft 60plus die Interessen der älteren Generation in der Landes-SPD vertritt. Zudem hat Dröscher lange Jahre in der Geriatrie gearbeitet und ist dadurch sehr vertraut mit diesen Themen.
Einen „Generationenkonflikt“ oder gar einen „Krieg der Generationen“ sehe er zur Zeit nicht, stellte Juso-Kreisvorsitzender Holger Noß gleich in der Begrüßung fest. Das Thema sei viel zu ernst und zu wichtig, als dass man es zur eigenen Profilierung missbrauchen dürfe, wie dies während der letzten Wochen durch den JU-Bundesvorsitzenden Missfelder geschehen sei. Um die Diskussion besser verstehen zu können, müsse man drei Faktoren berücksichtigen, die eine wichtige Rolle spielen würden: Die leeren öffentlichen Kassen, die hohe Arbeitslosigkeit und schließlich der demographische Faktor. Dröscher betonte, dass die Diskussion um einen angeblichen „Krieg der Generationen“ so neu nicht sei und verwies auf einige Studien und Publikationen der letzten Jahre. Neu bei der Diskussion sei allerdings die höhere Lebenserwartung. „Die Rentner werden immer rüstiger!“. Die Rentenbezugsdauer würde immer höher, während das Renteneintrittsalter gleich bliebe. Erschwerend käme die Tatsache, dass bereits in der zweiten Generation eine schwache Geburtenrate vorliege. Dies führe dazu, so der Abgeordnete, dass im Jahr 2050 Rheinland-Pfalz statt vier nur noch drei Millionen Einwohner habe. Immer weniger junge stünden dadurch immer mehr älteren Menschen gegenüber.Als unsinnig bezeichnete Dröscher die Diskussion über die angeblich hohen medizinischen Kosten, die die Alten verursachen würden. Nicht die Alten an sich seien verantwortlich für steigende Kosten sondern zum einen die durch den medizinischen Fortschritt ausgelöste generelle Ausgabensteigerung, zum anderen die sehr hohen Medikamentenkosten. Gerade letzteres ließe sich jedoch sicherlich ändern.
In der aktuellen Diskussion sieht der Politiker auch deutlich die Versäumnisse der letzten zehn Jahre. „Zu lange haben wir auf Pump gelebt und dadurch die Kassen geleert!“, so Dröscher. Nun sei gerade die ältere Generation aufgerufen, sich in die Diskussion einzumischen. „Wir müssen jetzt in schlechten Zeiten die Dinge verteidigen, die in den guten Zeiten hart erkämpft wurden.“ Einschnitte müssten dabei sicherlich von jedem gemacht werden, wichtig sei aber, dass die soziale Gerechtigkeit gewahrt bliebe. Es müsse daher klar sein, dass die Stärkeren in der Gesellschaft auch stärker an den Kosten beteiligt werden müssen. Dröscher mahnte, den Blick nicht nur auf den Konflikt zwischen den Generationen zu richten, auch innerhalb der älteren Generation gäbe es ein großes Gefälle, über dass man sich Gedanken machen müsse. „Letztlich muss klar sein, dass alt und jung zusammenarbeiten müssen um so etwas wie die Missfelder-Vorschläge zu verhindern!“, so Dröscher. Im Anschluss nutzten die Jusos noch die Gelegenheit, über die aktuellen Vorschläge der Rürup-Kommission zu diskutieren.

Mitglieder des Juso-Kreisvorstand gemeinsam mit Peter-Wilhelm Dröscher (links) nach der Veranstaltung

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