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BA 30.10.2002
Birkenfelder Anzeiger, 30.10.2002
Gerhard Storm – Prophet und Rebell / Veranstaltung mit Dr. Rüdiger Gollnick
Unter dem Thema „Gerhard Storm – Prophet und Rebell“ fand in der „alten Schule“ in Birkenfeld eine Veranstaltung des SPD-OV-Birkenfeld und des Juso-Kreisverband Birkenfeld statt. Die Veranstaltung war der Auftakt zur Themenreihe „Der Demokratie verpflichtet“, in der Persönlichkeiten vorgestellt werden, die durch ihr Wirken mit dazu beigetragen haben, die Demokratie in Deutschland zu gründen, zu verteidigen und zu sichern. Als Referent konnte Dr. Rüdiger Gollnick, Leiter der Forschung- und Dokumentationsstelle "Gerhard Storm" in Rees am Niederrhein gewonnen werden. Dr. Gollnick leitete die große Storm-Ausstellung 1987/88, die auch im Georg-Wilhelm-Haus zu sehen war. Außerdem hat er ein Buch zum Leben und Wirken des Geistlichen Gerhard Storm veröffentlicht.
Storm, der 1888 in Haldern-Sonsfeld am Niederrhein geboren war, sah in der Zeit der Weimarer Republik die Gefahr sowohl des Links- wie auch des Rechtsextremismus. In seiner Schulzeit in Birkenfeld, wo er 1909 auch das Abitur ablegte lernte er im kirchlich liberalen Fürstentum Birkenfeld den Wert einer toleranten Gesellschaft, da ihm dies überhaupt erst den Möglichkeit des Schulbesuches bot. In zahlreichen mutigen Predigten wandte er sich nachdrücklich gegen die NS-Ideologie, was schließlich im Januar 1942 zu seiner Verhaftung und Inhaftierung in das KZ Dachau führte in dem er bereits wenig später starb.
In seinem Schlusswort verwies Holger Noß noch einmal auf den von ihm gemachten Vorschlag, in dem Neubaugebiet „Haesgeswiesen“, die Straßen nach regionalen Persönlichkeiten zu benennen. Dieser Vorschlag beinhaltet bereits die drei Persönlichkeiten Gerhard Storm, den ehemaligen liberalen Reichtagsabgeordneten und gebürtigen Birkenfelder Otto Pick, der von den Nazis ausgewiesen wurde sowie den Birkenfelder Ehrenbürger Walter Bleicker.

