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BA 10.01.2001
Birkenfelder Anzeiger, 10.01.2001
Jugend will Politik mit Spaß verbinden
Traditionelle politische Rituale sind nicht geeignet, unter Jugendlichen das Interesse an Politik zu wecken. Darüber waren sich die Teilnehmer des vom Landtagsabgeordneten Axel Redmer moderierten "Birkenfelder Dialog" einig. Dies bedeute aber nicht, so Staatssekretär Dr. Joachim Hofmann-Göttig vom Mainzer Kultusministerium, dass Jugendliche nicht für politisches Engagement gewonnen werden könnten. Nur äußere sich dieses Engagement eben anders als dies früher der Fall gewesen sei.
Hofmann-Göttig zu Folge kann auch keine Rede davon sein, dass sich die Jugend pessimistisch ins Privatleben zurückziehe. Richtig sei vielmehr, dass der Optimismus in der jungen Generation seit 1997, der Herausgabe der vorletzten Shell-Jugendstudie, deutlich zugenommen habe. Vor allem in Rheinland-Pfalz sehen viele Jugendliche ihre Zukunftsperspektiven wesentlich günstiger als im Bundesdurchschnitt.
Dass es durchaus gelingen kann unter Schülerinnen und Schülern erfolgreich für politisches Engagement zu werben, machte Niels Müller als Stufensprecher vom Birkenfelder Gymnasium deutlich. Er räumte allerdings ein, dass man im Schüleralter keineswegs - seine politische Tätigkeit auf Dauer angelegt wissen wolle und daher immer wieder neu von einer Sache überzeugt werden müsse.
Ähnlich sah dies auch der Juso-Kreisvorsitzende Holger Noss. Er warnte davor, Politik und Freizeitvergnügen als unvereinbare Gegensätze hochstilisieren zu wollen. Politik könne durchaus so angelegt werden, dass sie auch durchaus Spaß mache.
Eine überraschende Erklärung dafür, dass die Wahlbereitschaft junger Wähler nach dem 20. Lebensjahr empirisch nachgewiesen zurückgeht, hatte Staatssekretär Dr. Hofmann-Göttig parat: Erst wenn junge Menschen das Elternhaus verlassen setzen sie mit ihrer Wahlenthaltung die Politikdistanz um, die zuvor beim Zusammenleben mit ihren Eltern noch unterdrückt wird.
Der Landtagsabgeordnete Axel Redmer (2. v.L) während der Diskussion mit Staatsskretär Dr. Joachim Hofmann-Göttig, dem Juso-Kreisvorsitzenden Holger Noss und dem Schüler-Stufensprecher Niels Müller

